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Candidate Experience

Worum geht’s?

Candidate Experience – der Begriff klingt wie eine schlecht gemachte Fernsehserie aus dem Nachmittags-Fernsehprogramm. Er bezeichnet aber einen der wesentlichen Faktoren, welche darüber entscheiden, wie potenzielle Arbeitnehmer eine Marke wahrnehmen, wann sie sie wahrnehmen und letztendlich wo. Gerade bei vielen Erstgesprächen mit Unternehmen sprechen wir häufig über das Thema „Personalprobleme und Fachkräftemangel“. Das Personalmarketing sollte ein fester Bestandteil des Marketing Mixes sein, ist jedoch für viele noch ein Fremdwort. Gerne möchte ich hier ein wenig über die Candidate Journey eines potenziellen Kandidaten sprechen und die Phasen, die damit einhergehen.

Mehr als ein Bewerbungsgespräch

Eine starke Arbeitgebermarke fällt einem potenziellen Kandidaten nicht erst auf, wenn er im Vorstellungsgespräch sitzt. Seine Journey beginnt viel früher und sie endet nicht mit einer Zusage. Die Candidate Experience teilt sich in sechs Phasen auf:

  1. Anziehungsphase
  2. Informationsphase
  3. Bewerbungsphase
  4. Auswahlphase
  5. Onboardingphase
  6. Bindungsphase

Anziehungsphase

Die erste Phase ist das Aufmerksam-Werden auf das Unternehmen. Dies kann zum Beispiel anhand von Stellenausschreibungen, Jobmessen, Werbung oder Erzählungen von Freunden geschehen. Schon diese erste Begegnung kann entscheidend für die Wahrnehmung der Arbeitgebermarke sein. Sie ist maßgeblich dafür, ob der Kandidat die „Reise“ zum neuen Job fortsetzt oder den Bewerbungsprozess abbricht. Dieses Erlebnis sollte beim Kandidaten so viel Anziehungskraft erzeugen, dass er etwas Zeit investiert, um die ersten Informationen über den noch weitestgehend unbekannten Arbeitgeber einzuholen.

Informationsphase

Empfindet der Interessent es daraufhin als lohnenswert, sich weiter über das Unternehmen zu informieren, so geschieht dies in der zweiten Phase der Candidate Journey. Über unterschiedliche Kanäle sucht er nach Informationen über den potenziellen Arbeitgeber. Dabei ist es nicht bloß von Bedeutung, welche Erkenntnisse er daraus zieht, sondern auch wie einfach und verständlich die Inhalte, die das Unternehmen selbst zur Verfügung stellt, zugänglich sind. Hierzu zählen auch mobile Optimierungen und die Präsenz in sozialen Netzwerken.

Bewerbungsphase

Ist ein Kandidat bis zu diesem Punkt überzeugt, so setzt er seinen Weg fort. Es folgt die Bewerbung für einen Job. In dieser Stufe kommt es auf die Recruiting-Qualitäten des Unternehmens an. Wie gestaltet sich beispielsweise die Bewerbung selbst? Laut Candidate-Experience-Studien bevorzugen Jobsuchende die Bewerbung per E-Mail, wohingegen Online-Formulare auf der Karrierewebsite und One-Click-Bewerbungen auf Online-Jobbörsen eher unbeliebt sind. Diese wirken laut Studie unpersönlich auf die Bewerber.

Auswahlphase

Das Vorstellungsgespräch folgt in der Phase der Auswahl. Von diesem erwarten Bewerber sachliche Qualität und hohe Emotionalität. Ein persönlicher Ansprechpartner spricht außerdem für das Unternehmen, ebenso wie die Möglichkeit, den Status der eigenen Bewerbung zu jeder Zeit nachvollziehen zu können.

Onboardingphase

Ist auch diese Stufe erfolgreich durchlaufen worden, so kommt es schließlich zur Einstellung. Für eine positive Candidate Experience ist ein gut organisiertes Onboarding wichtig. Der neue Mitarbeiter muss richtig eingearbeitet werden und darf sich nach der Einstellung nicht alleingelassen fühlen. Auch die im Betrieb herrschende Unternehmenskultur ist ausschlaggebend dafür, wie der Kandidat seinen Arbeitgeber wahrnimmt.

Bindungphase

Die Candidate Experience mündet erst dann in die Employee Experience, wenn sich der Neuling nicht mehr als Fremdkörper, sondern als fester Teil des Unternehmens fühlt. Bis zu diesem Punkt besteht die erhöhte Gefahr, einen neuen Mitarbeiter aufgrund mangelnder Integration früh zu verlieren. Unternehmen sollten deshalb Strukturen entwickeln, um zu prüfen, ob die Onboarding-Phase bei allen Neuankömmlingen erfolgreich ablief.

Was wir empfehlen

Folgende Touchpoints müssen Sie stets beachten:

  • Newsletter
  • Soziale Medien
  • Mitarbeiter
  • Events
  • Website/Blogs

Jeder einzelne dieser Kontaktpunkte gibt Ihnen die Chance, die Candidate Experience von Bewerbern positiv zu beeinflussen. Begegnen Sie den Kandidaten vom ersten Schritt an offen und positiv. Transportieren Sie bereits mit Informationen in der Lokalpresse positive Botschaften zu möglichen Interessenten.

Verzichten Sie bei Absagen auf standardisierte Alltagsfloskeln. Legen Sie Wert auf eine ehrliche Begründung. Auf diese Weise geben Sie den Bewerbern das Gefühl der Wertschätzung, da Sie zeigen: Wir haben uns für Sie ehrlich interessiert. Gleichzeitig unterstützen Sie die individuelle Weiterentwicklung des Kandidaten und geben ihm eine positive Candidate Experience mit auf den Weg.

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Über den Autor

Christian Bach

Christian Bach, CBO (Chief Begeisterungs Officer) von Steffen und Bach, hat nach seinem Studium zum Kommunikations-Designer Marketing-Management und Marktforschung studiert. Er ist und war seit mehr als einem Jahrzehnt ehrenamtlich im Marketing-Club Braunschweig und im Deutschen Marketing-Verband engagiert.